Historische Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Oberösterreich 

Die Geschichte der Leistungsbewerbe reicht auch in Oberösterreich schon etliche Jahrzehnte zurück.

So berichten etwa die Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen bereits in ihrer Folge 2/3. Jahrgang für die Monate März und April 1951 auf ihrer Titelseite: "Die Wettbewerbe wurden im Jahre 1950 begonnen. Es haben sich viele Feuerwehren daran beteiligt, obwohl sie in vieler Hinsicht eine Probe waren. Aber mit Befriedigung kann das oberösterreichische Feuerwehrkommando feststellen, daß schöne Erfolge erzielt wurden, die uns die Verpflichtung auferlegen, die Wettbewerbe weiter auszubauen und so zu gestalten, daß auch im Ernstfalle gute Leistungen erzielt werden können."

Im gleichen Artikel wird auch der Zweck der Feuerwehr-Wettbewerbe festgehalten:

  1. Die Fertigkeit in der Handhabung der Geräte zu steigern;
  2. die Kommandanten zur festen und sicheren Führung der Löschgruppe zu erziehen;
  3. die Lust und Liebe zur Feuerwehrarbeit zu steigern;
  4. aus den zahlreichen Erfahrungen der Wettbewerbe heraus die günstigste und praktischste Form für die Entwicklung eines Löschangriffes zu gewinnen.

Die Feuerwehr-Wettbewerbe sollten zunächst in drei Formen durchgeführt werden:

  1. Leistungswettbewerb für den Erwerb des Leistungsabzeichens.
  2. Löschgruppenwettbewerb für den Erwerb des Wanderpreises.
  3. Einzelwettbewerbe (Melderlauf, Zielspritzen).

Für die erfolgreiche Absolvierung des Leistungswettbewerbes war auch eine entsprechende Würdigung vorgesehen:

  • Leistungsabzeichen
    Das Leistungsabzeichen erhält jeder Mann einer Löschgruppe, wenn die Löschgruppe am Leistungswettbewerb teilnimmt und die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt:
    • Die Löschgruppe hat sich aus Mitgliedern der eigenen Feuerwehr zusammenzusetzen.
    • Die Löschgruppe hat einen Löschangriff mit zwei Rohren nach den Wettbewerbsbestimmungen vorzutragen und dabei mindestens 70 Punkte zu erreichen.
    • Jeder Angehörige der Löschgruppe muß die für den Leistungswettbewerb vorgeschriebenen 30 Fragen aus dem Gebiet des Feuerwehrwesens beantworten können.
      Bei der Prüfung werden vom Landes-Wettbewerbsleiter oder einem von ihm Beauftragten nur drei Fragen gestellt, die entweder schriftlich oder mündlich zu beantworten sind. Die Prüfung ist bestanden, wenn zwei Fragen richtig beantwortet werden. Die theoretische Prüfung kann, wenn sie nicht bestanden wurde, nach einem Monat wiederholt werden.
      Eine Wiederholung der praktischen Prüfung ist erst beim nächsten Termin der Leistungswettbewerbe möglich.

Das Leistungsabzeichen wurde damals noch per Verordnung der Landesregierung festgelegt und im Landesgesetzblatt Nr. 23 vom 30. Juli 1951 veröffentlicht:

LGBl 23 aus 1951 FLA

Interessant ist dabei insbesondere, dass bereits 1951 auch die Leistungsabzeichen in Silber und Gold geschaffen wurden, obwohl diese erst 1954 bzw. 1956 erstmals erworben werden konnten.

1951 FLAB OOe avers V 1

Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers
von 1951 bis 1957
Höhe 71 mm, Breite 52 mm

und revers:

1951 FLAB OOe revers V 1

Deutlich erkennbar sind das aufgesetzte Wappen, das Nadelsystem und der sehr exakt herausgearbeitete Schriftzug. Das Wappen ist übrigens - auf diesem Foto allerdings nicht erkennbar - nicht angeklebt bzw. angelötet, sondern am Abzeichen lediglich mit einem Splint direkt oberhalb des Nadelsystems befestigt.

Zumindest in den 1950er-Jahren wurden zu den Leistungsabzeichen auch noch Urkunden ausgegeben.

In jeder Urkunde wurden mit Schreibmaschine der Name, das Geburtsdatum und die Feuerwehr des Teilnehmers sowie das Datum des Leistungsbewerbs eingetragen. Zusätzlich wurde die Urkunde mit dem Stempel des OÖLFV versehen und vom Landesfeuerwehrkommandanten persönlich unterschrieben. Außerdem war die Ausstellung der Urkunden gebührenpflichtig, wie aus der Stempelmarke in Höhe von 6 Schilling ersichtlich ist.

Hier ein Exemplar aus 1954 zum Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze, das von einem Mitglied der FF Gallneukirchen erworben wurde:

1954 FLAB Urkunde 1

1954 FLAB Urkunde 2

Darüber hinaus konnten eine Siegernadel in 3 Stufen und ein Wanderpreis erworben werden:

 

  • Siegernadel in Bronze
    Die Siegernadel in Bronze erhält jeder Mann einer Löschgruppe, wenn die Löschgruppe am Abschnitts-Löschgruppenwettbewerb teilnimmt und nach den vorgeschriebenen Bedingungen die höchste Punkteanzahl erreicht hat.
    Bedingungen:
      • Die Löschgruppe hat sich aus Mitgliedern der eigenen Feuerwehr zusammenzusetzen.
      • Die Löschgruppe hat einen Löschangriff mit zwei Rohren nach den Wettbewerbsbestimmungen vorzutragen.
  • Siegernadel in Silber
    Die Siegernadel in Silber erhält jeder Mann einer Löschgruppe, die am Bezirks-Löschgruppenwettbewerb teilnimmt und nach den vorgeschriebenen Bedingungen die höchste Punktezahl erreicht hat.
    Bedingungen:
    • Teilnahmeberechtigt sind nur die beiden Löschgruppen, die beim Abschnitts-Wettbewerb den ersten und zweiten Preis erhalten haben oder, wenn es wegen zu geringer Beteiligung zu keinem Abschnitts-Wettbewerb gekommen ist, zwei Gruppen des Abschnittes.
    • Die Löschgruppe hat sich aus Mitgliedern der eigenen Feuerwehr zusammenzusetzen.
    • Die Löschgruppe hat einen Löschangriff mit zwei Rohren nach den Wettbewerbsbestimmungen vorzutragen.
  • Siegernadel in Gold
    Die Siegernadel in Gold erhält jeder Mann einer Löschgruppe, wenn die Löschgruppe am Landes-Löschgruppenwettbewerb teilnimmt und nach den vorgeschriebenen Bedingungen die höchste Punkteanzahl erreicht hat.
    Bedingungen:
    • Teilnahmeberechtigt sind die Landessiegergruppe der Freiwilligen Feuerwehren und der Betriebsfeuerwehren vom Vorjahr sowie die Löschgruppe, die beim Bezirkswettbewerb den ersten Preis erhalten hat, oder, wenn es wegen zu geringer Beteiligung zu keinem Bezirksausscheidungswettbewerb gekommen ist, eine Gruppe des Bezirkes.
    • Die Löschgruppe hat sich aus Mitgliedern der eigenen Feuerwehr zusammenzusetzen.
    • Die Löschgruppe hat einen Löschangriff mit zwei Rohren nach den Wettbewerbsbestimmungen vorzutragen.

  • Wanderpreis
    Die Landessiegergruppe gelangt in den Besitz des Wanderpreises. Der Wanderpreis wird endgültig einer Gruppe verliehen, wenn er von der betreffenden Gruppe dreimal hintereinander oder insgesamt fünfmal errungen wird.

    Den Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen ist auf Seite 6 in Folge 6/5. Jahrgang für die Monate November und Dezember 1953 zu entnehmen, dass die Betriebsfeuerwehr der Österreichischen Bundesbahnen bereits zum dritten Mal hintereinander Landessieger bei den Betriebsfeuerwehren wurde und somit das "Silberne Strahlrohr" (Anmerkung: das offenbar den Wanderpreis darstellte) in den dauernden Besitz dieser Gruppe überging.

    Dies ist in der Geschichte der Leistungsabzeichen ein Unikat, da (siehe Oberösterreichische Feuerwehr-Mitteilungen Folge 2/6. Jahrgang März und April 1954 auf Seite 3) mit der Einführung des Silbernen Leistungsabzeichens die Löschgruppenwettbewerbe entfielen.

Entsprechend selten sind auch Exemplare der Siegernadeln zu finden. Dem Autor ist es jedoch nach jahrelanger Suche gelungen, ein Exemplar der Siegernadel in Bronze zu erwerben. 

Die Befestigung erfolgte mit einer Sicherheitsnadel, die auf der Rückseite angelötet wurde.

1953 Siegernadel OOe avers

Siegernadel in Bronze 1953, avers
Obere Breite 28 mm, Höhe 40 mm

1953 Siegernadel OOe revers

Siegernadel in Bronze 1953, revers
deutlich erkennbar die Lötung der Sicherheitsnadel

Hier Fotos von weiteren Exemplaren, die dem Autor jedoch nur leihweise zur Verfügung gestellt wurden:

1950 FLA Gruppe

1952 FLA Gruppe

Eine Vorschrift, wie die Siegernadel an der Uniform anzubringen war, bietet folgendes Bild aus den Oberösterreichischen Feuerwehrmitteilungen Folge 4/3. Jahrgang für die Monate Juli und August 1951. Unter der Überschrift "Abzeichen der Feuerwehr" wird festgestellt:
"Bei den verschiedensten Veranstaltungen wird immer wieder die Wahrnehmung gemacht, daß die Abzeichen der Feuerwehren nicht richtig getragen werden (Anmerkung des Verfassers: ein Umstand, der sich leider bis heute nicht wirklich gebessert hat). ... Um in der Tragweise dieser Abzeichen Klarheit zu schaffen, wird sie nochmals verlautbart." 
Es folgen die Vorschriften für das richtige Tragen von:
  • Medaillen
  • Siegernadel
  • Leistungsabzeichen
  • Dienstalterabzeichen
  • Verwendungsabzeichen
Im Artikel enthalten ist auch folgende Zeichnung: 

Siegernadel

Wie bereits oben beschrieben handelt es sich beim "Silbernen Strahlrohr" um ein Unikat. Dieses wird noch heute von der Betriebsfeuerwehr der ÖBB in Linz in Ehren gehalten. Für die Möglichkeit, dieses Exemplar und ein Siegerfoto fotografieren zu können, ein herzliches Dankeschön an unsere Kameraden!

1953 Silbernes Strahlrohr (2)

1953 Silbernes Strahlrohr (7)

1953 Silbernes Strahlrohr (6)

1953 Siegermannschaft (4)

Einen interessanten Einblick in das Bewerbsgeschehen bieten auch noch die Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen in ihrer Folge 1/4. Jahrgang für die Monate Jänner und Februar 1952.

Darin wird der Ablauf des Bewerbes im Detail beschrieben und mit zahlreichen Fotos illustriert. Auch die 30 Fragen und Antworten der theoretischen Prüfung sind angeführt.

Hier einige Details zum Leistungsbewerb:

  • Das Startzeichen wird jetzt nicht mehr vom Schiedsrichter, sondern erstmals vom Gruppenkommandanten gegeben, dem damit die Leitung seiner Gruppe vollständig übergeben wird.
  • Die Arbeit der einzelnen Trupps wird nach dem Motto "Bei jeder Schlauchlegung sollen die Truppführer vorne sein" neu geregelt.
  • Zuerst findet die praktische Prüfung statt und anschließend  die theoretische Prüfung. Die theoretische Prüfung ist, soweit es die Umstände erlauben, schriftlich. Bleistift ist mitzubringen.
  • Insgesamt soll jeder Prüfling 30 Fragen aud den Bereichen Feuerwehrorganisation, Brandangriff und Gerätelehre beantworten können. Bei der Prüfung werden nur 3 Fragen gestellt, wovon 2 richtig beantwortet werden müssen.
  • Haben nicht alle Männer einer Gruppe die theoretische Prüfung bestanden, so bekommen nur diejenigen Männer der Gruppe das Leistungsabzeichen, die die Prüfung bestanden haben. Die anderen Männer können die theoretische Prüfung innerhalb von 2 Monaten nochmals wiederholen.
  • Die Geräte für den Leistungsbewerb werden von der o.ö. Landesfeuerwehrschule beigestellt.
  • Die Schiedsrichter werden vom Landesfeuerwehrkommando namhaft gemacht.
  • Der Vorführungsplatz ist von der Feuerwehr bereitzustellen, in deren Wirkungsbereich der Leistungsbewerb stattfindet.

Beim Landes-Löschgruppenwettbewerb erhält die Landessiegergruppe unverändert den Wanderpreis. Überdies erhält sie aber eine Goldmedaille, die zweitbeste Gruppe eine Silbermedaille und die drittbeste Gruppe eine Bronzemedaille im Etui.

In den Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen Folge 6/5. Jahrgang von November/Dezember 1953 wird auf Seite 6 festgehalten, dass die Früchte der bisherigen Wettbewerbe allmählich zu reifen beginnen. Besonders hervorzuheben sei, dass sich heuer (Anmerkung: also 1953) jeder Bezirk des Landes an diesen Wettbewerben beteiligt hat. Dann kommt folgende Ankündigung: "Auch im kommenden Jahr werden die Wettbewerbe wieder durchgeführt werden. Durch die Einführung des Silbernen Leistungsabzeichens soll der Einheitsfeuerwehrmann erreicht werden."

Etwas Verwirrung herrschte zu Beginn des Bewerbsgeschehens. Mehrmals wird in den Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen darauf hingewiesen, dass "alle Nummern in der Gruppe, einschließlich des Gruppen-Kommandanten und des Maschinisten, ausgelost werden". Oder: "Es herrscht bei den Feuerwehren oftmals die Meinung vor, daß für den Erwerb des Silbernen Leistungsabzeichens nur die Nummern 1 bis 6 auszulosen sind. Diese Auffassung ist falsch. Jeder Mann in der Gruppe wird ausgelost, somit auch der Kommandant, der Maschinist und der Melder."

1954 FLAS OOe Version 1

Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber avers
1954 bis 1957
Höhe 71 mm, Breite 52 mm

Auch zum Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber gab es eine Urkunde. Hier ein Exemplar aus dem Jahr 1955. Der oben erwähnte Kamerad von der FF Gallneukirchen hat gleich im Folgejahr auch noch die höhere Stufe errungen:

1955 FLAS Urkunde 1

1955 FLAS Urkunde 2

Ein interessantes Detail gibt es aus der Nachkriegszeit auch noch zu berichten: Viele unserer Kameraden waren im Krieg gefallen oder verwundet aus diesem zurückgekehrt, sodass einerseits die "ganz alte" Generation nach wie vor zu Einsätzen ausrücken musste, andererseits aber auch zahlreiche Invalide in unseren Reihen zu finden waren.

Um auch diesen den Erwerb des Silbernen Leistungsabzeichens zu ermöglichen, wurde erstmals am Samstag, den 13. November 1954, in der Landesfeuerwehrschule eine Leistungsprüfung nach den Sonderbestimmungen abgehalten. Teilnahmeberechtigt waren Feuerwehrmänner, die

  • das 60. Lebensjahr überschritten haben oder
  • eine Invalidität mit einer mehr als 50prozentigen Arbeitsbehinderung

nachweisen können. Die Prüfungen wurden mündlich abgenommen und bestanden aus einer Prüfung über das Arbeiten in der Gruppe und in der schriftlichen Beantwortung der für den Erwerb des Silbernen Leistungsabzeichens vorgesehenen Fragen.

Erstmals in der letzen Ausgabe der Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen Folge 6/Jahrgang 4 für November und Dezember 1954 wurde auf Seite 5 unter der Überschrift "Kommt das Leistungsabzeichen in Gold?" die höchste Stufe erstmals angesprochen.

Offenbar wurde das Thema bei den Feuerwehren schon rege diskutiert, sodass sich die Redaktion veranlasst sah, darauf mit einem eigenen Artikel einzugehen. Inhaltlich wurde bestätigt, dass "bereits Besprechungen im Schoße des Landes-Feuerwehrkommandos über die Einführung eines Leistungsabzeichens in Gold geführt worden sind und auch geführt werden! Endgültige Beschlüsse sind aber noch nicht gefaßt worden....Die für den Erwerb des Leistungsabzeichens in Gold zu erfüllenden Bedingungen sind natürlich ebenfalls noch nicht endgültig festgelegt....Auf Grund der bisher schon geführten Besprechungen kann aber schon heute gesagt werden, daß die Bedingungen zum Erwerb des Leistungsabzeichens in Gold selbstverständlich schwieriger und der zur Prüfung vorgeschriebene Stoff umfangreicher sein wird als jener für das bronzene bzw. silberne Leistungsabzeichen!

Klar gestellt wurden auch folgende Voraussetzungen:

  • Vorheriger Erwerb des bronzenen und des silbernen Leistungsabzeichens
  • Besuch der Oberstufe des Chargen-Lehrgangs an der Landesfeuerwehrschule mit erfolgreich abgelegter Prüfung

Angekündigt wurde, dass mit der Einführung der Wettbewerbe voraussichtlich im Frühjahr 1956 zu rechnen ist, was dann auch tatsächlich der Fall war.

Hier nochmals alle drei Leistungsabzeichen
der 1. Version ab 1951/1954/1956
Höhe 71 mm, Breite 52 mm:

1951 FLAB

1954 FLAS

1956 FLAG

Ab 1958 wurden neue Leistungsabzeichen ausgegeben. Diese unterschieden sich von der 1. Version im Wesentlichen in fünf Punkten:

  • die 1. Version war - wenn auch fast unmerklich - schlanker
  • die 2. Version war deutlich kleiner
  • bei der 2. Version waren die Leistungsabzeichen in Silber und Gold mit Stoff unterlegt
  • bei der 1. Version war das Landeswappen jeweils im Original, während es bei der 2. Version auch Varianten gab, bei denen das Landeswappen jeweils in Bronze, Silber bzw. Gold ausgeführt war
  • überdies wurde eine neue Form des Erzherzogshutes gewählt (entsprach schon die bisherige nicht exakt der per Landesgesetz vorgeschriebenen Form, wich die neue nun schon sehr deutlich ab - vielleicht war dies auch nur eine Konzession an eine einfachere und damit billigere Produktionsmöglichkeit)

Nachstehendend das Landeswappen von Oberösterreich mit Erzherzogshut:

Landeswappen OOe

offizielle Darstellung gemäß LGBl 19/1949, in gleicher Form nochmals enthalten in LGBl 126/1997
der Erzherzoghut erscheint hier in einer relativ "geraden" Form

 

Landeswappen OOe V 1

Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze von 1951 bis 1957
der Erzherzoghut wird hier in einer sehr "runden" Version dargestellt

OOe Landeswappen V 3

Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze Version 1
die "runde" Form wird beibehalten, die drei Erhebungen im roten Feld verschwinden jedoch gänzlich

OOe Landeswappen V 2

Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze Version 2
nach wie vor in der "runden" Form, das Kreuz ist nur noch aufgemalt

OOe Landeswappen V 1

Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold Version 2
die gesamte Form des Herzogshutes ist nur noch aufgemalt

Zunächst einmal die beiden Abzeichen im Vergleich:

1951 1958 FLAB OOe Vergleich

1958 FLAB OOe V 1  massiv gepraegt avers

Hier nun das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers
Version 1 - massiv geprägt
Wappen (inkl. Adler!) in der Farbe des Abzeichens
von 1958 bis 1995
Höhe 56 mm, Breite 41 mm

und revers:

1958 FLAB OOe V 1 massiv gepraegt revers

Sehr schön zu erkennen ist, dass bei dieser Version das Wappen nicht aufgesetzt, sondern gleich mitgeprägt wurde.

1958 FLAB OOe V 2 hohl gepraegt avers

Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers
Version 2 - hohl geprägt
Wappen im Original
von 1958 bis 1995
Höhe 56 mm, Breite 41 mm

und revers:

1958 FLAB OOe V 2 hohl gepraegt revers

Deutlich sichtbar ist die hohle Prägung.
Wer genau hinsieht, erkennt auch ganz oben direkt über dem Nadelsystem
an der unterschiedlichen Farbe, dass das Wappen aufgesetzt ist.

1958 FLAB OOe V 3 hohl gepraegt avers

Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers
Version 3 -hohl geprägt
Wappen im Original - jedoch Schriftzug OÖLFV nicht vollständig ausgestanzt
von 1958 bis 1995
Höhe 56 mm, Breite 41 mm

und revers:

1958 FLAB OOe V 3 hohl gepraegt revers

Auch hier ist das Wappen aufgesetzt.
Ob es sich bei der mangelhaften Stanzung lediglich um einen Produktionsfehler
oder um eine gewollte Vereinfachung des Produktionsvorganges handelt,
ist dem Autor unbekannt.

1958 FLAB OOe Version 2

 Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers
Version 4 - hohl geprägt
Wappen im Original

von 1958 bis 1995
Höhe 55 mm, Breite 41 mm

Hier ist erstmals auch die Farbe Bronze gut erkennbar.
Bei den vorher gezeigten Versionen erkennt man die Stufe Bronze
primär an der fehlenden Hinterlegung mit Stoff (dazu gleich unten).
Auch erinnert das verwendete Metall - gerade bei der massiv
geprägten Variante aus 1958 - viel eher an Zinn.

1958 FLAS OOe Version 2

Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber avers
Version 1 - hohl geprägt
rote Unterlage aus Filzstoff
Wappen im Original aufgesetzt

1958 bis 1995
Höhe 56 mm, Breite 41 mm

1958 FLAS OOe V 1 hohl gepraegt avers

Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber avers
Version 2 - hohl geprägt

rote Unterlage aus Filzstoff
Wappen in Silber mitgeprägt

1958 bis 1995
Höhe 56 mm, Breite 41 mm

und revers:

1958 FLAS OOe V 1 hohl gepraegt revers

1958 FLAG OOe V 1

Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold avers
Version 1 - hohl geprägt
weiß-rote Unterlage aus gewebtem Band
Wappen in Gold aufgesetzt
1958 bis 1979
Höhe 56 mm, Breite 41 mm

1958 FLAG OOe V 2

Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold avers
Version 2 - hohl geprägt
weiß-rote Unterlage aus gewebtem Band
Wappen in Gold mitgeprägt
1958 bis 1979
Höhe 56 mm, Breite 41 mm 

Sonntag, 03. März 2024